17.04.2013

Was Füllwörter sind, und warum man sie sparsam einsetzen sollte

den Spreu vom Weizen trennen ...
Füllwörter werden auch Flickwörter, Unwörter oder Blähwörter genannt, eine Liste davon findet ihr weiter unten.

Füllwörter: Sie füllen den Text mit Unnötigem auf.
Flickwörter: Mit ihnen versuchen wir ungenaue Formulierungen zu „flicken“.
Unwörter: Sie sagen wenig bis gar nichts aus.
Blähwörter: Sie blähen den Text unnötig auf.

Zu viele dieser Wörter verderben den Brei - deshalb heisst es, sie sparsam einzusetzen.

 

Beim Sprechen 

Hier sind Füllwörter das, was wir dazwischenschieben, wenn wir kurz nachdenken wollen oder nicht weiterwissen, zum Beispiel: „äh“, „ehm“, „hmm“, „also“, „mal“, „wie“, „so“, „oder?“, „total“ „echt“, „uff“ „find ich“ usw.

Beim Schreiben 

Wir garnieren den Text mit Füllwörtern, denn sie geben uns Raum zum Nachdenken, wenn wir (noch) nicht wissen, wie wir uns ausdrücken wollen. Füllwörter sind Verlegenheits- und Notlösungen, Helfer und Stützen im Ringen um Wörter und Formulierungen – sie sind kleine Stege, auf denen wir uns weiterbalancieren; Kissen, auf denen wir kurz ausruhen.  
Es ist normal, dass in der Rohfassung viele Füllwörtern sind. Doch mit ihnen ist es wie mit Kräutern und Gewürzen – zu viel davon verdirbt das Textgericht.

Streichen - streichen - streichen!

Es gehört zum guten Handwerk, die überflüssigen Füllwörter aus dem Text zu streichen. Es lohnt sich, denn er gewinnt an Kontur und Kraft.
Welche sind überflüssig? 
Alle die nichts zum Verständnis beitragen. Es gibt keine Regel, probiert aus, wie sich euer Text verändert, wenn ihr Füllwörter (siehe Liste) streicht.
Dann wird schnell klar, welche nötig sind. Mit nötig meine ich, dass sie den Text verständlicher, straffer, klarer und leserfreundlicher machen.
Nach der Liste der Füllwörter steht dieser Test noch einmal – mit vielen Füllwörtern gespickt. Welchen lest ihr lieber?

Liste der Füllwörter


aber
abermals
allein
allemal
allem-Anschein -nach
allenfalls allenthalben allesamt
allzu
also
an sich
an und für sich
andauernd andererseits andernfalls anscheinend
auch
auf alle Fälle
auffallend
aufs neue augenscheinlich
ausdrücklich ausgerechnet ausnahmslos außerdem äußerst ausschließlich
beinahe
bei weitem bekanntlich besonders bestimmt betreffend bezüglich
bereits bestenfalls
bloß
dabei
dadurch
dafür
danach
dagegen
daher
damals
dann und wann demgegenüber demgemäß demnach
denkbar
denn

dennoch
des öfteren deshalb desungeachtet deswegen
doch
durchaus durchweg
eben
echt
eigentlich
ein bisschen
ein wenig einerseits
einfach
einige
einigermaßen einmal
endlich entsprechend erfolgreich
ergo
erheblich
etliche
etwa
etwas
fast folgendermaßen
folglich
förmlich
fortwährend
fraglos
freilich
gänzlich
ganz gerne
ganz gewiss
ganz und gar
gar
gar nicht gelegentlich genau
gemeinhin
gerade
geradezu
gewiss
gewisse
gewissermaßen
gewöhnlich
glatt
gleichsam

leider
letztlich
letzten Endes
letztendlich
manchmal
mal
man könnte sagen
maßgeblich mehrere
mehr-oder- weniger
mehrfach
meines Erachtens meinetwegen
meist
meistens
meistenteils mindestens
mithin
mitunter
moderne
möchte
möglichst möglicherweise mutmaßlich nachhaltig
nämlich
naturgemäß
natürlich
neuerdings
neuerlich
neulich
nicht wahr? nichtsdestotrotz  natürlich
nie
niemals normalerweise
nun
nur
offenbar
ohne Zweifel
ohnedies offenkundig offensichtlich
oft
ohne
partout
persönlich

plötzlich
praktisch
quasi
recht
regelrecht
relativ
reichlich
reiflich
restlos richtiggehend riesig
ruhig 
rund
rundheraus rundum
sagen wir mal samt und sonders sattsam
schlicht schlichtweg schließlich schlussendlich schon
schwerlich
sehr
selbst selbstverständlich
selten selbstredend seltsamerweise so
sicher
sicherlich
sogar
sogleich
sonst
sowieso
sowohl als auch sozusagen stellenweise
stets
streng
trotzdem
überaus
überdies
üblicherweise überhaupt übrigens
ungefähr
unglücklicherweise

unlängst
ungewöhnlich ungleich unmaßgeblich unsagbar
unsäglich unsinnige umständehalber
unbedingt unerhört
ungemein unstreitig unzweifelhaft uralte
ursprünglich vermutlich
vergleichsweise
viele
vielfach
vielleicht
voll
vollkommen
voll und ganz vollends
völlig
vollständig
von neuem
voraussichtlich
vor Ort wahrscheinlich weidlich weitgehend wiederum
wenige wenigstens wieder
wieder einmal
wirklich
wohl
wohlgemerkt womöglich ziemlich
zudem
zumeist
zusehends zuweilen zugegeben zunächst zweifellos zweifelsfrei zweifelsohne

siehe auch:
Juttas Schreibtipps
Schreiblabor
 

    Textversion mit Füllwörtern

Beim Sprechen sind Füllwörter das, was wir gerne dazwischenschieben, wenn wir kurz nachdenken wollen oder nicht weiterwissen, zum Beispiel: „äh“, „ehm“, „hmm“, „also“, „mal“, „wie“, „so“, „oder?“, „total“ „echt“, „uff“ „find ich“ usw. 

Auch beim Schreiben garnieren wir den Text mit solchen Wörtern, denn sie geben uns Raum zum Nachdenken, wenn wir (noch) nicht ganz wissen, wie wir uns ausdrücken wollen. Füllwörter sind Verlegenheits- und Notlösungen, Helfer und Stützen im ewigen Ringen um Wörter und Formulierungen – sie sind kleine Stege, auf denen wir uns weiterbalancieren; manchmal Kissen, auf denen wir uns kurz ausruhen.  

Es ist normal, dass die Rohfassung mit Füllwörtern gespickt ist. Doch sie sind wie Kräuter und Gewürze – zu viel davon verdirbt das Textgericht.

Es gehört zum guten Handwerk, die Überflüssigen aus dem Text zu streichen. Es lohnt sich, denn der Text wird (aussage)kräftiger, schlanker, klarer und leichter zu lesen.

Welche sind überflüssig? Alle die nichts zum Verständnis beitragen. Es gibt keine Regel, probiert aus, wie sich euer Text verändert, wenn ihr Füllwörter (siehe Liste) streicht. 

Es wird schnell klar, welche nötig sind und welche nicht. Mit nötig meine ich, dass sie den Text verständlicher, straffer, klarer und leserfreundlicher machen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gibt es zwischen «gleichsam» und «leider» keine Füllwörter? So z. B. «jeweils»

Anonym hat gesagt…

"Unwörter: Sie sagen wenig bis gar nichts aus." -> Das "gar" ist selbst ein Füllwort. Was soll man davon halten?